Arme kleine Deutsche....
... jetzt müssen Sie auch noch das Töten lernen. Das meint zumindest der Spiegel von heute. So schwer dürfte das ja allerdings nicht fallen, wenn man auf die Geschichte Deutschlands schielt. Naja, der Spiegel wird eben auch nicht nivauvoller...

Das SPIEGEL-Cover

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Matt:
Nicht der Spiegel meint das, sondern manche Stimmen in der Nato, vor allem aus den USA. Man erkennt auch unschwer die Anführungszeichen auf dem Titel, die den Slogan als Zitat ausweisen.

Spiegel-Autorin Susanne Koelbl kommt am Ende der Titelgeschichte zu dem Schluss, es sei „vielleicht auch klug“, im Norden Afghanistans zu bleiben und eben nicht das Töten zu lernen. Wenn überhaupt, kann man dieses abwägende Fazit als Spiegel-Position begreifen.
Genauer hinsehen lohnt sich meistens …
steffl:
Du hast mich leider nicht ganz verstanden. Was ich sagen wollte war, dass hier auf einer großen deutschen Wochenzeitung ein Titel steht bei dem es so aussieht, als seien die Deutschen wieder mal nur die Opfer, jedoch nicht diejenigen die töten wollen.
Die Anführungszeichen habe ich sehr wohl wahrgenommen, mir ist damit auch klar, dass das nicht die Spiegelposition ist. Die wollen ja wohl kaum das es heist, "Deutschland tötet". Die Frage ist nur, was will ich mit einem solchen Titel suggerieren. Vermutlich, dass immer die anderen Schuld sind und genau darum ging es mir.
Lars Strojny:
Matt: Eigentlich muss einen das Mitleid dieser größten deutschen Illustrierten schon ein bisschen verwundern. Schließlich müssten es "Journalisten am Zahn der Zeit" ja durchaus besser wissen. Bei der Zerschlagung Serbiens hatte man nicht allzu große Skrupel auch mal ordentlich zu töten. Jetzt auf einmal in Afghanistan haben sie es verlernt. Ja schicken die denn nur noch Wehrpflichtige ins Ausland? Andersherum wird ein Schuh daraus: die Kategorie nationales Interesse kann bei der Betrachtung von militärischen Auseinandersetzungen gar nicht hoch genug gehängt werden. Die Absurdität, im Zusammenhang mit staatlicher Machtpolitik - und Kriege sind nunmal die letzte Entäußerung dessen - von Moral oder so etwas zu schwafeln, kann sich eben nur eine Illustrierte leisten, die rumjammert, dass die "armen Deutsche"(tm) mal wieder - unschuldig und rein wie sie sind - in einen Krieg getrieben werden. Von den bösen USA, die ja - das wissen Deutsche seit spätestens 45 ganz genau - blutrünstige Monster sind, die der ganzen Welt übles bringen.
Genauer hinsehen lohnt sich durchaus. Hinsehen heißt aber auch, sich nicht zum willfähigen Multiplikator deutscher Ideologie zu machen.
Lars Strojny:
Achso, und zur abschließenden Klärung. Der Grund warum die Deutschen gerade nicht auch noch im Norden Afghanistan mitschießen ist schlicht und einfach, dass Berlin meint, der Sicherung der Einflüsssphäre in Zentralasien sei mit dem Einsatz im Süden erstmal genüge getan. Zudem gibt es eben Probleme an der Heimatfront, dass die armen Deutschen es gerade nicht so gerne sehen, wenn ihre virtuellen Söhne sich so sehr im Ausland einmischen. Deswegen gibt es beispielsweise auch gerade den Aufstand der Konservativen, die einen Rückzug aus weiten Teilen der Welt wieder fordern. Nicht weil dort auf einmal der blanke Humanismus ausgebrochen ist, nein, weil - wie immer - sich diese nationalen Deppen mit den anderen nationalen Deppen streiten, wer von beiden nun "besser für Deutschland" sei. Um nichts anderes geht es da.
Lars von der Hütte:
Es ist doch egal, wer saft das die Deutschen das töten lernen muss, oda? Fakt ist, das die Deutschen gezeigt haben, wozu sie fähig sind, und das auch heute eine deutsche Volxgemeinschaft, die immer un"verkramfter" in die Öffentlichkeit tritt, nicht ohne einen Antisemitschen Konsens zu denken ist. Das überall, wo gemordet ist, die Deutschen dabei sind, seien es deutsche Soldaten, deutsches Geld oder deutsche Waffen, zeigt, dass allein die Existenz einer Deutschen Nation eine Gafahr für die Welt ist. Nur 22% aller Deutschen erkennen das Existenzrecht Israels an, also die Konsequenz aus der Shoa, 87 % finden es ekelhaft, wenn sich Schwule in der Öffentlichkeit küssen. Die NPD ist in den Land und Stadträten, Neonazis und rechtsextreme Bürgerinnen treten immer gehäufter in die Öffentlichkeit, das ist Deutschland.